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Upgradeanleitung: 4.0 auf 4.1


Hinweis: Upgrades werden nur von einem Release zum direkt darauf folgenden Release unterstützt. Überspringe keine Releases.

Es wird dringend dazu geraten, diesen Prozess zu lesen und voll und ganz zu verstehen, bevor du ihn durchführst. Wenn du das hier beschriebene auf einer wichtigen oder physikalisch entfernten Maschine machst, solltest du diesen Prozess erst auf einer identischen lokalen Maschinen versuchen, um sicherzustellen, dass alles funktioniert, bevor du dich an die wichtige oder entfernte Maschine wagst.

Upgrading ist ein bequemer Weg, um dein OpenBSD-System auf die aktuellste Version zu bringen. Jedoch sind die Ergebnisse nicht beabsichtigt, genau so zu sein wie eine Installation, bei der alles gelöscht und wieder aufgespielt wird. Insbesondere alte Bibliotheksdateien werden beim Upgradeprozess nicht deinstalliert, da sie von alten Applikationen, die vielleicht später noch aktualisiert werden, noch benötigt werden könnten. Wenn du WIRKLICH all diese alten Dateien loswerden möchtest, wärst du mit einer völligen Neuinstallation vermutlich besser dran.

Inhaltsverzeichnis:


Vor dem Upgrade

Überprüfe, ob du irgendwelche Modifikationen an deinem Kernel vorgenommen hast. Zum Beispiel könntest du dein Netzwerkdevice mittels config(8) geändert haben, um eine nicht standardmäßige Einstellung verwenden zu können. Schreib die Änderungen auf, sodass du sie ebenfalls auf den neuen 4.1-Kernel anwenden kannst.

rc.conf: Anders als bei früheren Anleitungen gehen wir nun davon aus, dass /etc/rc.conf nicht vom Benutzer geändert wurde. Falls du Änderungen an deiner /etc/rc.conf-Datei vorgenommen hast, übernehme sie bitte in /etc/rc.conf.local. Falls du KEINE /etc/rc.conf.local-Datei besitzt, kopiere einfach die Datei /etc/rc.conf mit dem neuen Namen /etc/rc.conf.local und entferne die letzte Zeile des Skripts!. Die andere Möglichkeit besteht darin, den Inhalt deiner rc.conf zum Anfang der bereits bestehenden rc.conf.local hinzuzufügen und die letzte Zeile zu entfernen, bevor du mit den nächsten Schritten weiter machst.

Besonderer Hinweis für ARM-Besitzer (armish, zaurus): Änderungen an der ABI setzten einen etwas anderen Upgradeprozess voraus, wenn der Standardinstallationskernel nicht verwendet wird. Starte das System nicht nach der Installation des neuen Kernels neu - erst, wenn das Userland ebenfalls installiert wurde.


Der Upgradeprozess

Mit Installationskernel upgraden

Wenn du Zugriff auf die Systemkonsole hast, dann besteht der einfachste und sicherste Weg zu upgraden darin, mit Installationsmedien oder bsd.rd zu booten und den Upgradeschritten zu folgen, die dem Installationsprozess sehr ähneln. Schließe danach das Upgrade ab, in dem du die letzten Schritte wie weiter unten angegeben durchführst.

Den Installationskernel kannst du recht einfach booten, indem du die 4.1-Version von bsd.rd im Wurzelverzeichnis deines Bootlaufwerks ablegst und dem Bootloader mitteilst, dass er mit der neuen bsd.rd-Datei booten soll. Auf amd64 und i386 machst du das, indem du »boot bsd.rd« am ersten boot>-Prompt angibst.

Ohne Installationskernel upgraden

Diese Vorgehensweise wird NICHT empfohlen. Verwende die Installationskernel-Methode, wenn es irgendwie möglich ist!

Manchmal muss man ein Upgrade einer Maschine durchführen, wenn man nicht auf einfache Weise den normalen Upgradeprozess durchführen kann. Der häufigste Grund hierfür ist, dass sich die Maschine an einem anderen Ort befindet und man daher keinen Zugriff auf die Systemkonsole hat. Man kann dies normalerweise durchführen, indem man vorsichtig diesen Prozess befolgt:

Während des Prozesses könnte sendmail(8) viele Fehlermeldungen wie diese erzeugen:
    Nov 1 12:47:05 puffy sm-mta[16733]: filesys_update failed: No such file or dire
    ctory, fs=., avail=-1, blocksize=380204
Diese Nachrichten können unbesorgt ignoriert werden, du könntest aber auch sendmail(8) während dem Upgradeprozess beenden.


Letzte Schritte

1. /etc upgraden

Falls du nun unter Verwendung eines Installationskernels (und dadurch einen formalen Upgradeprozesses) oder aber ein Binärupdate im laufenden System, gibt es einige Schritte, die manuell durchgeführt werden müssen.

1.1. Neue Benutzer und Gruppen

1.2. Funktionsänderungen

Hierbei handelt es sich nicht um eine vollständige Liste aller Änderungen, die zwischen 4.0 und 4.1 stattgefunden haben. Stattdessen werden hier nur wichtige Dinge erwähnt, die einen Großteil der Anwender während des Upgradeprozesses betreffen werden. Wirf einen Blick auf plus41.html und in die CVS-Changelogs, wenn du eine vollständigere Liste sehen möchtest.

1.3. /etc-Dateiänderungen

Du solltest die etc41.tgz-Dateien in ein temporäres Verzeichnis entpacken:
tar -C /tmp -xzpf ${RELEASEPATH}/etc41.tgz
Dateien, die ordnungsgemäß von etc41.tgz »so wie sie sind« kopiert werden können:
etc/daily
etc/disktab
etc/hoststated.conf
etc/magic
etc/monthly
etc/netstart
etc/rc
etc/rc.conf
etc/ripd.conf
etc/sasyncd.conf
etc/security
etc/weekly
etc/mail/Makefile
etc/mail/localhost.cf
etc/mail/sendmail.cf
etc/mail/submit.cf
etc/mail/spamd.conf
etc/mtree/*
var/www/conf/bgplg.css
var/www/conf/bgplg.foot
var/www/conf/bgplg.head
var/www/htdocs/bgplg/*
Bedenke, dass es möglich IST, all diese Dateien lokal zu modifizieren. Solltest du sie also modifiziert haben, musst du sie manuell anpassen. Achte besonders auf mail/*, wenn du eine angepasste Sendmail(8)-Konfiguration verwendest. Hier sind Copy&Paste-Zeilen, um diese Dateien zu kopieren, angenommen, dass du etc41.tgz in dem zuvor empfohlenen Verzeichnis abgelegt hast:

cd /tmp/etc
cp daily disktab hoststated.conf magic monthly netstart rc rc.conf ripd.conf sasyncd.conf security weekly /etc
cp mtree/* /etc/mtree/
cp mail/Makefile mail/localhost.cf mail/submit.cf /etc/mail
cp mail/sendmail.cf /etc/mail     # Careful on this one!!
cp mail/spamd.conf /etc/mail      # OR... mv /etc/spamd.conf /etc/mail 
cd /tmp/var/www
cp conf/bgplg.css conf/bgplg.foot conf/bgplg.head /var/www/conf
mkdir /var/www/htdocs/bgplg
cp htdocs/bgplg/* /var/www/htdocs/bgplg/

Dateien, die per Hand angepasst werden müssen, sodass alle lokalen Änderungen beibehalten werden (falls sie vom Original abweichen) - ansonsten kannst du sie auch einfach kopieren:

etc/changelist
etc/ftpusers
etc/login.conf
etc/newsyslog.conf
etc/services
etc/sysctl.conf
etc/mail/aliases
var/cron/tabs/root
Die Änderungen dieser Dateien befinden sich in dieser Korrekturroutine. Du kannst versuchen, sie zu verwenden, indem du das Folgende als root ausführst:
cd /
patch -C -p0 < upgrade41.patch
Hiermit wird geprüft, wie gut die Korrektur sich in DEIN System einbinden lässt. Um ihn tatsächlich einzubinden, lass die Option -C weg. Beachte, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass wenn du diese Dateien modifiziert, nicht immer auf dem aktuellsten Stand gehalten hast oder von einem Schnappschuss von 3.9 aus upgradest, diese Korrektur nicht richtig angewandt werden kann. In diesen Fällen musst du die Änderungen manuell vornehmen. Teste diesen Prozess bitte, bevor du dich darauf verlässt, dass alles funktioniert, wenn du ihn an einem schwer zu erreichenden System anwendest.

Die folgenden Dateien haben Änderungen erfahren, die du dir genauer ansehen solltest, da sie sehr wahrscheinlich nicht direkt kopiert oder eingepflegt werden können (d. h. wenn du pf.conf verwendest, dann solltest du dir die empfohlene Änderung der Sicherheitsrichtlinie angucken und für dich selbst entscheiden, ob sie für deine Anwendungen eingesetzt werden kann):

etc/hostapd.conf
etc/pf.conf
etc/sensorsd.conf
Verwende schlussendlich newaliases(8), um die Alias-Datenbank zu aktualisieren, und mtree(8), um alle neuen Verzeichnisse zu erstellen:
newaliases
mtree -qdef /etc/mtree/4.4BSD.dist -p / -u

2. Überprüfe den Kernel

Hinweis: Die meisten Leute können diesen Schritt überspringen!

Wenn du den Anweisungen gefolgt bist, wie man einen Upgradeprozess ohne Installationskernel durchführt, hast du diesen Schritt bereits absolviert. Wenn du jedoch den Installationskernel und unter 4.0 einen angepassten Kernel verwendet hast, wirst du das gleiche vermutlich auch unter 4.1 machen wollen. Dabei kann es sich um so einfache Dinge wie eine Änderung eines bestimmtes Devices mittels config(8) handeln, doch könnte es genauso gut bedeuten, dass du den Kernel neuerzeugen musst, da sich eine von dir benötigte Option nicht im GENERIC-Kernel befindet. Lies bitte FAQ 5 - Das System aus dem Quelltext erzeugen, bevor du in Erwägung ziehst, deinen Kernel neu zu erzeugen.

3. Pakete upgraden

Wenn du irgendwelche Pakete auf deinem System installiert hattest, solltest du sie aktualisieren, nachdem du das Basissystem erfolgreich upgegradet hast. Du solltest jedoch darauf achten, dass viele Pakete weitere Konfigurationsschritte vor (und/oder nach) dem Paket-Upgrade benötigen. Lies die Upgradeanleitung für die Anwendung durch, wenn du weitere Informationen benötigst.

Von dem folgenden Paket ist bekannt, dass ein Upgrade nicht trivial ist und eine große Anzahl der Benutzer Probleme damit haben werden. Die Tatsache, das ein Paket nicht in dieser Liste aufgeführt wird, bedeutet nicht, dass es keine Probleme beim Upgrade geben wird. Du musst dich also selbst mit den Pakete beschäftigen, die DU einsetzen möchtest.

es schwere Upgradeprobleme Mit den Paketwerkzeugen kann man direkt mittels pkg_add -u aktualisieren. Um zum Beispiel alle deine Pakete zu aktualisieren, stelle sicher, dass PKG_PATH auf das Verzeichnis deiner CD oder eines FTP-Spiegelservers zeigt, in dem sich die 4.1-Pakete befinden. Verwende dann Folgendes:
# pkg_add -ui -F update -F updatedepends
Dabei gibt -u den Updatemodus an und -i den interaktiven Modus, sodass pkg_add dich um Rat bittet, sollten Probleme auftreten. Lies die pkg_add(1)-Handbuchseite und das Kapitel Verwaltung der Pakete der FAQ für weitere Informationen.

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