[FAQ-Index]
[Zum Kapitel 2 - OpenBSD kennenlernen]
[Zum Kapitel 4 - Installationsanleitung]
3 - Mit OpenBSD durchstarten
Inhaltsverzeichnis
3.1 - Ein OpenBSD CD-Set kaufen
Ein OpenBSD CD-Set zu kaufen ist im Allgemeinen der beste Weg um anzufangen.
Besuche die Bestellseite, um eine Kopie käuflich zu erwerben:
OpenBSD-Bestellseite.
Es gibt mehrere gute Gründe, ein OpenBSD CD-Set zu besitzen:
- Die Verkäufe der CDs unterstützen die Weiterentwicklung von OpenBSD.
- Die Entwicklung eines plattformübergreifenden Betriebssystems
benötigt andauernd Investitionen in Hardware.
- Deine Unterstützung in Form des Kaufs eines CD-Sets hat einen realen
Einfluss auf die zukünftige Entwicklung.
- Die CDs beinhalten Binärdateien (und Quelltexte) für die populärsten
der unterstützten Plattformen.
- Die CDs sind auf mehreren Plattformen startfähig und können dazu genutzt
werden, eine Maschine zu initialisieren, auf der noch nie ein
Betriebssystem installiert war.
- Die CDs können selbst dann zum Starten einer Installation genutzt werden,
wenn man vorhat, Schnappschüsse zu installieren.
- Die Installation von CD ist schneller!
Und sie spart Netzwerkressourcen ein.
- Die OpenBSD-CDs beinhalten immer sehr hübsche Aufkleber.
Dein System ist nicht wirklich komplett, solange du sie nicht hast.
Du kannst nur in den Genuss dieser Aufkleber kommen, wenn du CDs kaufst
oder Hardware spendest.
- OpenBSD CD-Sets werden mit einer Auswahl an nützlichen und beliebten
Paketen ausgeliefert.
Das CD-Set ist komplett genug, um damit eine vollständige Arbeits- und
Entwicklungsumgebung aufsetzen zu können, ohne dass eine
Netzwerkverbindung notwendig ist.
Wenn du ein Release von OpenBSD installierst, dann solltest du ein
offizielles CD-Set benutzen.
3.2 - OpenBSD T-Shirts kaufen
Ja, OpenBSD hat T-Shirts für dein Tragevergnügen.
Hier kannst du sie sehen:
OpenBSD T-Shirtsseite.
Nett, oder? :)
3.3 - Gibt es ein OpenBSD ISO-Dateisystemabbild zum herunterladen?
Für ausgewählte Plattformen, ja!
Für die meisten von CD-ROM startfähigen Plattformen existieren herunterladbare
ISO-Dateisystemabbilder, die dazu benutzt werden können, startfähige OpenBSD
Installations-CD-ROMs zu erzeugen.
Sowohl »full install« (alle Dateien, die für eine komplette Installation von
OpenBSD benötigt werden, install52.iso genannt),
als auch »boot only« (um von einer Netzwerk Datei-Ressource zu installieren,
cd52.iso genannt) ISO-Dateien werden für diese Plattformen angeboten.
Anzumerken ist, dass diese ISO-Dateien nicht identisch mit dem
offiziellen CD-Set sind.
Diese Abbilder sind für eine einzelne Plattform ausgelegt, enthalten keine
vorkompilierten Pakete, Sticker oder sonstige
Kunsthandwerksprodukte des offiziellen CD-Sets.
Jedoch ist die Installation mit Hilfe einer ISO-Datei NICHT die optimale
Installationsmethode für viele Anwender.
In der Regel ist es immer noch schneller und einfacher, sich ein Startmedium
herunterzuladen, und dann einzig die benötigten Teile zu installieren.
Für diejenigen hingegen, die eine ganze Anzahl von Installationen durchführen
möchten, oder nicht herausfinden können, wie man zehn Dateien auf eine CD-ROM
schreibt oder einen lokalen HTTP-/FTP-Server einrichtet, sind ISO-Dateien
verfügbar.
Das OpenBSD-Projekt stellt nicht die offiziellen ISO-Images zur Verfügung, die
als Vorlage für die offiziellen CDs benutzt werden.
Der Grund dafür ist einfach, dass wir gerne möchten, dass du die CDs kaufst,
um damit die weitere Entwicklung von OpenBSD sicherzustellen.
Das offizielle OpenBSD CD-ROM-Layout unterliegt dem Copyright von
Theo de Raadt.
Theo erlaubt es niemand, die Abbilder der offiziellen CDs weiterzuverbreiten.
Als weiteren Anreiz zum Kauf der CDs sind dem Paket einige Extras beigefügt
(Illustrationen, Aufkleber etc.).
Anzumerken ist, dass nur das CD-Layout einem Copyright unterliegt - OpenBSD
selbst hingegen ist frei.
Nichts hindert irgendjemanden daran, sich OpenBSD zu besorgen und seine eigene
CD zu produzieren.
Für diejenigen, die eine startfähige CD für ihr System benötigen,
sind »Startlaufwerk«-ISO-Abbilder (namens cd52.iso) für eine Reihe von
Plattformen verfügbar, die es erlauben, den Rest des Systems per HTTP/FTP zu
installieren.
Diese ISO-Abbilder haben nur eine Größe von wenigen MB und enthalten einzig
die Installationswerkzeuge, nicht die eigentlichen Dateisets.
3.4 - Download über HTTP, FTP, RSYNC oder AFS
Es gibt zahlreiche internationale Spiegelseiten, die via HTTP und FTP Zugang zu
Releases und Schnappschüssen von OpenBSD anbieten.
RSYNC und AFS-Zugang sind ebenfalls verfügbar.
Du solltest immer den dir am nächsten liegenden Server wählen.
Bevor du mit dem Download eines Release oder eines Schnappschusses beginnst,
solltest du mittels
ping(8) und
traceroute(8) feststellen, welcher Server dir am nächsten ist und ob er
eine adäquate Performance aufweist.
Selbstverständlich ist dein OpenBSD Release-CD-Set immer näher als jeder
Spiegelserver.
Zugriffsinformationen findest du hier:
OpenBSD Downloadseite.
3.5 - Die heruntergeladenen Dateien verifizieren
Im selben Verzeichnis, in dem sich die Installations-Dateisets befinden, findet
sich auf Spiegelservern auch eine Datei namens SHA256, die Prüfsummen der
verschiedenen Installationsdateien enthält.
Du kannst dich mit Hilfe des Programms sha256(1) versichern, dass keine der
heruntergeladenen Dateien während des Transits gemangelt wurden:
Das OpenBSD-Projekt signiert seine Releases nicht digital.
Das oben gezeigte Kommanda deckt einzig zufällige Beschädigungen auf, nicht
absichtliche Manipulation.
Wenn dir die Männer in schwarzen Anzügen ans Bein pinkeln wollen, so werden sie
es tun.
3.6 - Hardware auswählen
Es ist wichtig, die geeignete Hardware für dein avisiertes OpenBSD-System
auszuwählen, da diese Wahl den Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern eines
Projekts bedeuten kann.
Geht man einen neuen PC einkaufen, sei es Komponente für Komponente
oder aber komplett vorgefertigt, so sollte man zuallererst sicherstellen,
zuverlässige Teile zu kaufen.
In der PC-Welt ist dies nicht so einfach.
Schlechte oder sonst wie unzuverlässige oder unpassende Teile können dazu
führen, das OpenBSD schlecht läuft und oft abstürzt.
Den besten Rat, den wir geben können, ist vorsichtig zu sein und Marken zu
kaufen, oder aber Teile, die von einer vertrauenswürdigen Kapazität bewertet
wurden.
Manchmal ist die hochpreisigere Maschine die mit der besseren Qualität.
Ein anderes Mal ist sie einfach nur teurer.
Es gibt einige Dinge, die helfen, die maximale Performance aus einem System zu
kitzeln:
- Wähle die Hardware entsprechend der Anwendung:
Es ist gewöhnlich besser, eine Anpassung der geplanten Hardware vorzunehmen,
als das Anwendungskonzept zu verwässern, weil man »etwas wirklich benutzen
möchte«.
- Identifizierung deiner Engpässe:
Bezahle nichts extra für einen Spitzenprozessor, wenn die Anwendung durch
die E/A-Performance der Laufwerke eingebremst wird.
Bezahle nicht für ein schnelles Laufwerk, wenn dein System durch die
Geschwindigkeit des Netzwerks eingeschränkt wird.
Bezahle nichts für irgendetwas, wenn dein Flaschenhals eine 128 kbps DSL
Netzwerkanbindung ist.
- »Keep it simple«:
Einfache Hardware hat normalerweise weniger Probleme.
Komplexe Hardware, von der angenommen wird, dass sie niemals kaputt geht, kann
eine sehr lange Ausfallzeit bedingen, sollte der Fall der Fälle doch eintreten.
- Benutze Hardware die du verstehst, oder erlerne sie, bevor du ein
in der Produktion eingesetztes System damit realisierst:
Unabhängig der technischen Verdienste der Hardware ist es töricht,
eine besondere Art Hardware zu benutzen, bevor man damit vertraut ist,
und zwar sowohl mit der Art und Weise, wie sie funktioniert, als auch mit der,
wie sie scheitert.
- Benutze mehrere Laufwerke:
Anstatt ein großes Laufwerk zu kaufen, sollten es mehrere kleinere sein.
Obwohl dies vielleicht mehr kostet, reduziert die Verteilung der Last auf
mehrere Spindeln die Zugriffszeit auf die Daten des Laufwerks.
Und außerdem ermöglichen mehrere Spindeln eine erhöhte Zuverlässigkeit und
einen schnelleren Datenzugriff mit RAID.
- Zerstückele große Speicherstücke:
Viele Leute machen den Fehler und entwerfen ein System, das große Mengen
Daten in einem großen Stück Speicher abspeichert.
Dies ist normalerweise schlechtes Design.
In der Regel wird es besser sein, Speicher in handliche Blöcke aufzuteilen.
Dies hat viele Vorteile; zwei der Größten sind, dass es später, dann, wenn es
benötigt wird, einfach ist, mehr Speicher hinzuzufügen (es wird dir nicht
gelingen, die tatsächliche Anforderung korrekt zu schätzen, niemand wird dies
jemals tun), und du kannst jetzt eine kleine Menge Speicher kaufen, und später,
wenn der Preis höchstwahrscheinlich gesunken-, und die Kapazität gestiegen ist,
viel mehr hinzufügen.
- Vermeide billige Netzwerkadapter:
OpenBSD unterstützt eine Überfülle an billigen Netzwerkadaptern.
Diese Adapter funktionieren in Heimsystemen, und in Geschäfts- und
Forschungsumgebungen mit wenig bis moderatem Durchsatz prächtig.
Allein - wird hoher Durchsatz mit geringen Auswirkungen auf dem Server
benötigt, so ist man mit dem Kauf eines Qualitäts-Netzwerkadapters besser
bedient.
Leider sind manche Markenadapter nicht besser als die billigen Adapter, und
einige potentiell gute Adapter besitzen nicht die nötige akkurate
Dokumentation, die es ermöglichen würde, gute Treiber zu schreiben.
Gigabit Adapter besitzen aufgrund ihrer Pufferstrategie oft eine bessere
Performance als 10 Mbps-/100 Mbps-Adapter, selbst wenn sie in Netzwerken mit
weniger Geschwindigkeit benutzt werden.
3.7 - Was ist ein angemessenes »erstes System«,
um sich mit OpenBSD vertraut zu machen?
Obwohl OpenBSD auf kleineren, älteren und weniger leistungsfähigen Computern
läuft wie so gut kein anderes Betriebssystem, beginnst du erst mit OpenBSD,
so kann eine zu schwache Maschine sehr frustrierend sein.
Die folgenden Leitlinien sind EINZIG Leitlinien;
OpenBSD wird sehr gut auf sehr viel moderaterem Equipment laufen,
als hier aufgeführt ist,
aber dies mag für einen Anfänger frustrierender als nötig sein.
- Plattform:
Benutze eine Plattform/Architektur mit der du bereits vertraut bist.
Wenn du ein neues Betriebssystem erlernst, so ist eine schlechte Zeit,
um auch noch eine neue Plattform kennenzulernen.
Lass uns annehmen, dass du die i386-Plattform
benutzt, da diese möglicherweise jene ist, die den meisten Leuten vertraut ist.
- Prozessor:
100MHz Pentium-Prozessor oder besser.
Ja, OpenBSD wird auch auf einem 25 MHz 80486 laufen, aber du wirst auf einem
so langsamen System nicht das Experimentieren, das Durcheinander-produzieren
und das Neustarten durchführen wollen, das nötig ist, um ein System wirklich
kennenzulernen.
Der erste Ärger, der dir mit einem langsameren Prozessor begegnen würde, ist
die Zeit, die es dauert, um dich mit SSH auf dem System anzumelden.
Wenn du X zu benutzen wünschst, so möchtest du wahrscheinlich auf mindestens
200 MHz hinaufgehen.
Tatsächlich läuft X selbst auf langsameren Maschinen ganz gut, wenn es erst
einmal geladen ist, aber der Lade- und Startvorgang kann eine Weile dauern.
- 64 MB RAM oder besser:
Willst du X benutzen, so würden 128 MB einen besseren Ausgangspunkt abgeben.
- Festplatte:
Eine 1 G Festplatte ist völlig ausreichend für ein einfaches System, wie eine
Firewall, einen DNS-Server, oder Ähnliches.
Solltest du das System aus dem Quelltext neu übersetzen wollen, so benötigst du
wahrscheinlich eher eine 4 G Platte, und wenn auch noch X übersetzt werden
soll, so sollten es 6 G oder mehr sein.
IDE wird für den Anfang empfohlen.
Besitzt du ein viel größeres Laufwerk, so fühle dich nicht dazu verpflichtet,
das komplette Laufwerk zu allozieren -- es ist nichts falsch daran, 72 G einer
80 G Festplatte ungenutzt zu lassen, wenn alles, was du benötigst, 8 G sind.
- Netzwerkadapter:
Benutze einen PCI-Adapter.
Solltest du planen, mehrere Netzwerkadapter in der Maschine zu nutzen, so
schreibe die MAC-Adresse der Karte auf ihren rückwärtigen Bereich, bevor der
Deckel geschlossen wird.
Und selbst wenn der Drang, diesen einen alten ISA-Adapter zu benutzen, stark
sein sollte, widerstehe.
Du hast vielleicht vergessen, wie man ihn korrekt konfiguriert.
- »Multibooting«:
Bei deiner ersten Installation von OpenBSD solltest du nicht versuchen, mit
einem anderen Betriebssystem »multizubooten«.
»Multibooting« ist ein schwieriger,
schwierig zu konfigurierender Prozess, und du musst alle beteiligten
Betriebssysteme gut kennen, bevor du es versuchst, was bei deiner ersten
Installation ganz klar nicht der Fall ist.
Es ist durchaus möglich aus Versehen alle Daten auf dem System zu löschen.
Besser ist, einen speziellen Computer zu benutzen, oder, zumindest, eine eigene
Festplatte auf der Maschine.
- Laptops:
Obwohl viele Laptops sehr gut mit OpenBSD laufen, sind sie manchmal nicht die
einfachsten Systeme, wenn man ein ganz rund laufendes System möchte, sodass ein
Laptop vielleicht nicht gerade die beste Wahl für deine erste Installation von
OpenBSD ist.
Indessen, kennst du dich erst einmal mit OpenBSD aus, so kann ein Laptop ein
sehr nützliches Werkzeug sein.
- Neue Hardware:
Brandneue Spitzenhardware wird manchmal von OpenBSD noch nicht unterstützt,
sodass, für dein erstes OpenBSD-System, eine etwas ältere Maschine empfohlen
wird.
Bis zu einem gewissen Punkt gilt natürlich »je mehr desto besser«.
Einige populäre Anwendungen können anscheinend genauso viel Prozessorleistung
und Speicher gebrauchen, wie du in das System stecken kannst.
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www@openbsd.org
$OpenBSD: faq3.html,v 1.73 2012/11/02 07:24:04 ajacoutot Exp $